HACKERSPACE? MAKERSPACE? METALAB!

Der Begriff Hacker ist zumeist negativ konnotiert – aber unter Hacker versteht man auch experimentierfreudige Personen, die mit ihren Fachkenntnissen eine Technologie beliebiger Art außerhalb ihrer normalen Zweckbestimmung oder ihres gewöhnlichen Gebrauchs benutzen und dadurch Grenzen des Mach- und Denkbaren verschieben. Allgemein würde man annehmen, dass sich solche Menschen zur Genüge im virtuellen Raum begegnen, aber es gibt lokale Ansprüche nach Vernetzung, die Kaffeehäuser nicht ausreichend erfüllen können. Wie könnte es in Österreich anders sein, als, um den Missstand zu beheben, einen Verein zu gründen? Vor fünf Jahren zog das metalab – in diesem Sinne ein Hackerspace – in ein Kellerlokal im Zentrum von Wien ein. 
    Die Räume wurden laufend adaptiert, und so stehen heute geeignete Werkstätten und Veranstaltungsbereiche zur Verfügung, um eine einzigartige, offene Technologie- und Denkwerkstatt zu sein: Im vergangenen Jahr wurden im Schnitt zwei Seminare, Vorträge oder Workshops pro Tag abgehalten.
    Das metalab vertritt keine gemeinsame politische oder technologische Position, die mit rund 150 Mitgliedern kaum abzugleichen wären, sondern bemüht sich um einen überparteilichen und ausgewogenen Diskurs.
    Die laufenden Kosten werden mit den Mitgliedsbeiträgen bestritten; für Investitionen werden gezielt Kooperationen gesucht und Förderungen beantragt. Die technologisch-kreativen Projekte brennen den Mitgliedern und Gästen unter den Fingernägeln und werden eigenständig umgesetzt. Daher gibt es kein zentrales Programm und auch keinen genauen Überblick über die vielfältigen laufenden Projekte: Solche Rahmenbedingungen ziehen auch Künstlerinnen und Kreative an, woraus sich einerseits eine inhaltliche Bereicherung ergibt, andererseits manche Ideen durch diese Vernetzung überhaupt erst realisierbar werden.
    Eine Gruppe innerhalb des metalab beschäftigt sich mit 3-D-Plottern und macht dieses auch zu einem veritablen Makerspace: 3-D-Plotter sind kleine Drucker, die mit unterschiedlichen Verfahren räumliche Gegenstände aus 3-D-Dateien herstellen können. Dafür gibt es einige Open-source Ansätze, mit dem Ziel, diese Verfahren allgemein zugänglicher zu machen. In der Logik des metalab werden verschiedene Maschinen gebaut, getestet und natürlich ständig verbessert.

DAVID PASEK